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Don DeLillo

Samstag, 20. Februar 2010 17:36

Wollen wir Steine auf dem Feld sein?
DeLillos Roman „Omega Punkt“ erzählt von der Wüste, den Vorbereitungen zum Irak-Krieg und dem Verschwinden der Zeit

Literatur wirkt, falls sie wirkt, in der Öffentlichkeit. Also hat sie, zumindest potentiell, eine politische Dimension. Doch mit welcher politischen Botschaft kann sich ein Schriftsteller an die Öffentlichkeit wenden, wenn er weiß, dass es keine letztgültigen, unbezweifelbaren Gewissheiten mehr gibt und also auch er über solche Gewissheiten nicht verfügt? Der amerikanische Romancier Don DeLillo gehört zu den großen politischen Schriftstellern unserer Zeit. In „White Noise“, einem sehr komischen, sehr verzweifelten Familienroman, erzählte er von einer Umweltkatastrophe. In „Libra“ vom Mord an John F. Kennedy und dem Gespinst von Verschwörungstheorien, das ihn umgibt. In „Mao II“ vom Einfluss des Terrorismus auf das Gefüge der Weltpolitik zehn Jahre bevor die Flugzeuge ins World Trade Center einschlugen.

Jedes dieser Bücher ist zweifellos politisch, doch in keinem findet sich eine handliche politische Botschaft. Auch wenn der Bürger DeLillo gelegentlich dezidierte politische Ansichten vertritt, ist der Schriftsteller DeLillo kein Propagandist irgendeiner politischen Partei oder Idee. In seinen Romanen herrscht eine Atmosphäre der allgegenwärtigen Verunsicherung, des Argwohns und des Verdachts und vielleicht darf man darin das deutlichste politische Bekenntnis dieses Autors sehen. Kritiker in den USA erklärten ihn zum „Chef-Schamanen“ einer „school of paranoid fiction“ und nannten ihn den Lieblingsalbtraum Amerikas. Dass DeLillo irgendwann den Krieg im Irak und den Propagandafeldzug, mit dem Bush ihn vorbereiten ließ, zu Thema eines Büches machen würde, war zu erwarten. Mit „Omega Punkt“ liegt dieser Roman nun vor.

Es ist eine kurze Geschichte mit Rahmenhandlung und nur drei Figuren. Die Rahmenhandlung erzählt von der Videoinstallation des schottischen Künstlers Douglas Gordon, die 2006 im New Yorker Museum of Modern Art zu sehen war: Gordon zeigte Alfred Hitchcocks „Psycho“ in einer extremen Zeitlupe, die den Film auf eine Länge von 24 Stunden dehnte und projizierte ihn auf eine durchscheinende Leinwand, so dass die Betrachter die Wahl zwischen den Originaleinstellungen oder deren Spiegelbild hatten. Im Roman beobachtet ein namenloser Museumsbesucher zwei Männer, die Gordons Installation betrachten. Der eine ist über siebzig, mit Stock und langen weißen Haaren, der andere Mitte dreißig, mit Freizeithemd, Jeans und Jogging-Schuhen.

In Interviews hat DeLillo davon berichtet, wie er zunächst allein aus Begeisterung über Gordons Installation zu schreiben begann und schließlich begriff, dass er in den beiden Männern, denen er dort begegnet war, die Hauptpersonen seines nächsten Romans gefunden hatte. Den Älteren taufte er Richard Elster: ein Literaturkenner und Universitätsdozent, der unter George W. Bush in einem Team mitarbeitete, das für eine öffentliche Rechtfertigung des Angriffs auf den Irak sorgen sollte. Den jüngeren Mann nannte er Jim Finley: ein Experimentalfilmer, der Elster zu einem langen, ungeschnittenen Interview vor der Kamera überreden will, in dem er völlig subjektiv über seine Arbeit für Bush und das Pentagon berichten kann.

Elster lehnt das Angebot ab, er hat keine Lust auf eine öffentliche Beichte. Allerdings lädt er Finley ein, ihn in eine abgelegene Hütte irgendwo in der kalifornischen Wüste zu begleiten, in die er sich gelegentlich zum Nachdenken zurückzieht. Um Elster doch noch für das Filminterview zu gewinnen, sagt Finley zu und bleibt über Wochen bei Elster – nicht zuletzt weil dessen Tochter Jessica ihren Vater besucht. Sie ist schweigsam und zurückhaltend, doch gelegentlich scheint sie mit Finley zu flirten und er mit ihr. Als die beiden Männer irgendwann aus einer abgelegenen Siedlung vom Einkaufen zurückkehren, ist Jessica verschwunden. Elster begreift sofort die immense Gefahr für seine Tochter, die Wüste ist mörderisch. Umgehend verständigt er Polizei, doch seine Tochter bleibt unauffindbar.

Das intellektuelle Zentrum des Romans sind die Gespräche zwischen Elster und Finley. DeLillo geht dabei sehr behutsam vor, weder stilisiert er Elster zu einem beinharten Neocon und Bush-Gefolgsmann, noch Finley zu einem fanatischen Bush-Gegner und Pazifisten. „Eine Großmacht muss handeln“, rechtfertigt Elster sein Engagement fürs Pentagon nach den Anschlägen vom 11. September: „Wir wurden schwer getroffen. Wir müssen uns die Zukunft zurückholen. Die Willenskraft, das pure instinktive Bedürfnis. Wir können nicht andere unsere Welt und unser Denken gestalten lassen.“ Finley widerspricht ihm nicht, versucht nicht ihn zu überzeugen oder moralisch zu verurteilen, sondern denkt nur darüber nach, wie er Elster dazu bekommen kann, solche Sätze auch in die Kamera zu sprechen, um die zu dokumentieren.

Beide Figuren sind typische DeLillo-Geschöpfe. Finley wirkt mitunter wie ein ironisches Selbstporträt DeLillos: Ein Beobachter, der sich im Grunde mehr für atmosphärische Details interessiert als für seinen Helden, also mehr für die Wand, vor der er Elster zum Reden bringen möchte („überwiegend blassgrau, paar Risse, paar Flecken“), als für das, was er sagen wird. Elster wiederum, der wie DeLillo nicht mehr an verbindliche Wahrheiten, sondern nun noch an mehr oder minder glaubwürdige Entwürfe von Wahrheiten zu glauben vermag, beschreibt es als intellektuell reizvolle Herausforderung, den Irak zu einer mit Massenvernichtungsmitteln bis an die Zähne bewaffnete Weltbedrohung zu stilisieren: „Wir entwarfen Konstruktionen jenseits der vereinbarten Grenzen von Wiedererkennbarkeit oder Interpretation. Es braucht Lügen. Der Staat muss lügen. Es gibt keine Lüge im Krieg oder in der Kriegsvorbereitung, die sich nicht verteidigen ließe.“

Bemerkenswert daran ist nicht, dass DeLillo der Bush-Administration noch einmal ihre Manipulationen zu Beginn des Irak-Kriegs vorhält, sondern dass er in diesen Manipulationen Element einer Weltsicht entdeckt, die er selbst teilt. Finley ist in dem Alter, in dem DeLillo seinen ersten Roman veröffentlichte, Elster exakt so alt, wie DeLillo heute. Beide verkörpern Spielarten des ambivalenten Wunsches, mit schriftstellerischen und intellektuellen Mitteln Weltbilder zu entwerfen, deren Ausstrahlungskraft sich die Wirklichkeit nicht entziehen kann.

Zugleich zielt der Roman aber auch auf den religiösen Aspekt, der Bushs weltpolitischem Sendungsbewusstsein beigemischt war. Elster zieht sich in die Wüste zurück wie ein Eremit, der Hektik und Verführungen der Zivilisation hinter sich lässt, um über das Schicksal der Menschheit nicht mehr in kurzfristigen politischen, sondern in erdgeschichtlichen Dimensionen zu meditieren. Er schwärmt Finley vor von den Thesen Pierre Teilhard de Chardins (1881 – 1955), des französischen Jesuiten, Paläontologen und Philosophen, der nach seinem Tod, vor allem als Gegengewicht zum aufklärungsfixierten Denken der Studentenbewegung, eine gewisse Popularität errang.

Auch hier zeigt sich wieder, wie gern und geschickt DeLillo mit Ambivalenzen spielt. Teilhard, der oft mit naturwissenschaftlichen Begriffen hantierte, ohne immer auf naturwissenschaftliche Methoden zurückzugreifen, vertrat eine Art modernen Pantheismus: In einem kühnen Analogieschluss zur biologischen Evolution sah er das menschliche Bewusstsein zu immer höherer Komplexität anwachsen und schließlich zu einem überpersönlichen, allumfassenden Bewusstheit jenseits von Zeit und Raum zusammenschießen: zum gottgleichen Punkt Omega. Auch Elster hängt solchen Spekulationen nach, doch färbt sich die Vision bei ihm apokalyptisch ein: „Pater Teilhard kannte das, der Omega Punkt. Ein Sprung aus unserer Biologie hinaus. Stellen Sie sich mal die Frage. Müssen wir immer menschlich bleiben? Das Bewusstsein hat sich erschöpft. Zurück zu anorganischer Materie, na los. Das wollen wir. Wir wollen Steine auf dem Feld sein.“

Im Zentrum der Romane DeLillos stand immer der Versuch, der Bewusstseinslage seines Landes auf der Spur zu bleiben, ja ihr vielleicht sogar einen Schritt voraus zu sein. Darf man sein neues Buch in diesem Sinne als Warnung auffassen, das ein überzogenes, religiös unterfüttertes Sendungsbewusstsein im Falle seines Scheiterns leicht in apokalyptische Stimmungen, in Zerstörungs- und Selbstzerstörungssehnsüchte umschlagen kann? DeLillo lässt seinen Helden allerdings nicht in gemütvoller Resignation verharren. Lange genießt Elster es, dass sich in seiner selbst gewählten Wüsteneinsamkeit die Zeit – wie durch Douglas Gordons „Psycho“-Installation – zu verlangsamen, zu dehnen und schließlich zu verflüchtigen scheint. Doch auch hier erweist sich DeLillo als Meister der Ambivalenz. Denn mit dem rätselhaften Verschwinden von Elsters Tochter beginnt, darüber ist sich Elster klar, gerade in der Wüste die Zeit zu rasen, denn in dieser lebensfeindlichen Umgebung sind allen Versuchen die junge Frau zu retten, knappe Fristen gesetzt.

„Omega Punkt“ ist ein Kammerspiel. Das mag angesichts der endlosen Wüstenlandschaft, in der DeLillo seine Geschichte angesiedelt hat, paradox klingen. Doch so ausgreifend die Themen des Romans auch sind, DeLillo konzentriert sie fast vollständig auf das Gegenüber zweier Figuren. Es ist ein Beweis seines enormen erzählerischen Könnens, dass die Geschichte dennoch nicht abstrakt oder künstlich wirkt. Vielleicht hat er sein altes Lieblingsthema, wie mit Mitteln der Massenkommunikation Realität erschaffen wird, noch nie so konzentriert verfolgt wie hier – und zugleich so direkt auf die politische Gegenwart Amerikas reagiert.

Die Rezension erschien in der “Welt” vom 20. Februar 2010

Don DeLillo:
“Der Omega Punkt”. Roman
Aus dem amerikanischen Englisch von Frank Heibert
Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2010
111 Seiten, 16,95 €
ISBN 978-3-462-04192-7

Thema: DeLillo, Don | Kommentare (0) | Autor: Uwe Wittstock

Don DeLillo

Montag, 5. November 2007 17:41

Amerikas Lieblingsalptraum
„Falling Man“ – der lang erwartete 9/11-Roman von literarischen Terrorspezialisten Don DeLillo

Jetzt ist er also da. Auf diesen Roman glaubte man seit den Anschlägen auf das World Trade Center geradezu ein Anrecht zu haben. Von Don DeLillo, der seit fast vier Jahrzehnten in seinen Büchern an ein Porträt des zeitgenössischen amerikanischen Bewusststeins in Superbreitwandformat pinselt, der schon ein Vierteljahrhundert vor dem Einsturz der New Yorker Türme in seinem Roman „Spieler“ (1977) dem Terror und dem World Trade Center zentrale Rollen zuteilte, der in „Libra“ (1988) am Beispiel der Ermordung John F. Kennedys die paranoide Welt der Attentäter, Agenten und Amokschützen mit quälender Intensität vergegenwärtigte, der in seinem Roman „Mao II“ (1991) das katastrophale Wechselspiel zwischen mediengeilen Terroristen und gewaltgeilen Massenmedien ausleuchtete, von diesem Don DeLillo, der längst zum literarischen Lieblingsalptraum Amerikas geworden ist, sehnte man regelrecht jenen großen 9/11-Roman herbei, der die Anschläge samt Folgen mit den Mitteln des Erzählens in ein überzeugendes Bild bringt und sie also endlich fassbarer, endlich begreifbarer macht.

Und jetzt ist er also da. Natürlich ist es gut, sich vorab noch einmal vor Augen zu stellen, dass derartige Leser-Erwartungen schnell völlig überzogene Ausmaße annehmen können, dass man angesichts eines Schocks, wie ihn der 11. September auslöste, nur zu leicht in die Haltung eines verdatterten Kindes gerät, das sich von vom erfahrenen Vater, ersatzweise von einem für weise gehaltenen Schriftsteller die letztgültigen Erklärungen, wenn nicht gar unbewusst Errettung aus Schock und Gefahr verspricht und dass man also die Kirche im Dorf lassen muss, da man sonst von dem Buch und seinem Autor etwas erhofft, was keine Buch oder Autor der Welt leisten kann. Doch selbst wenn man Don DeLillos „Falling Man“ mit solchermaßen reduzierten Erwartungen betrachtet, ist der Roman eine Enttäuschung.

Die Hauptfiguren des Buches sind ein knapp vierzigjähriger Rechtsanwalt namens Keith, der im Südturm des World Trade Centers arbeitete, und seine Ex-Frau Lianne, eine Lektorin, die den gemeinsamen Sohn Justin alleine aufzieht, da sich das Paar schon geraume Zeit vor dem schreckenstarren Spätsommertag des Jahres 2001 getrennt hat. Der Roman beginnt mitten im Inferno selbst. Keith hat es noch vor dem Einsturz des ersten Turms ins Freie geschafft, ist nur leicht verletzt, aber von Staub wie eingehüllt und stolpert durch die mit Trümmer und Asche überzogenen Straßen. Als sich schließlich ein Retter seiner erbarmt, lässt er sich nicht in die eigene Wohnung oder ein Krankenhaus bringen, sondern nennt instinktiv die Adresse seiner früheren Frau.

Diese Eingangsszene ist bezeichnend für den Roman. DeLillo stellt nicht den Anschlag oder dessen vordergründige politische Konsequenzen in den Mittelpunkt, sondern er zeigt nach guter alter Erzählertradition wie sich ein welthistorisches Ereignis auf einzelne Menschen und ihr Schicksal auswirkt. Keith und Lianne rücken angesichts des Desasters zur eigenen Verblüffung zunächst wieder näher aneinander. Sie trauen dem plötzlichen Ehefrieden nicht recht, aber Keith scheint zwischen den Trümmern von Ground Zero einen neuen Sinn für Gemeinsamkeit, Nähe, vielleicht gar für jene viel umraunten family values entdeckt zu haben. Zwar hat er noch eine kurze Affäre mit einer anderen Überlebenden aus dem Südturm, deren Aktentasche er in seiner Verwirrung rettete, doch die beendet er bald, denn sie widerspricht dem, „was er in letzter Zeit für die Wahrheit seines Lebens hielt, nämlich dass er es ernsthaft und verantwortungsvoll leben sollte, nicht danach grapschen, eine ungeschickte Handvoll nach der anderen.“

Ein anderes Paar dagegen trennt sich. Liannes Mutter, Professorin für Kunstgeschichte, gerät mit ihrem deutschen Liebhaber Martin in der Frage nach den Motiven für den Anschlag so gründlich aneinander, dass sie sich trennen. DeLillo nutzt den Streit, um die inzwischen bis zur Erschöpfung ausgetauschten amerikafreundlichen und amerikakritischen Argumente noch einmal anklingen zu lassen. Martin, der früher offenbar Verbindungen zur RAF hatte, hält die Flugzeugattacken für eine Art Notwehr der vom Westen kolonisierten Dritten Welt. In den Augen von Liannes Mutter sind auch Völker und Nationen zuallererst für sich selbst verantwortlich und können nicht wie ein missratenes Kind seinen Eltern anderen, sie angeblich ausbeutenden Mächten die Schuld für das eigene Versagen zuschieben.

Doch so heftig die beiden auch polemisieren, sie bleiben einander in ihrem Streit verbunden – auch wenn schließlich nur noch der Frontverlauf ihrer gegensätzlichen Argumente die letzten Berührungspunkte markiert. Keith und Lianne dagegen driften endgültig auseinander. Keith wird Profi-Pokerspieler, verbringt seine Tage in der Kunstwelt von Las Vegas und rüstet sich gegen die absurde Sinnleere seines Daseins mit einer stoischen, gefühlstoten Coolness, die sich DeLillo offenbar bei dem „Fremden“ des von ihm verehrten Albert Camus abgeschaut hat. Lianne dagegen richtet sich auf ein einsames Leben ein und sucht, obwohl sie nicht wirklich empfänglich ist für religiöse Botschaften, immer häufiger Zuflucht in der Kirche ihrer Gemeinde.

Also: Ausweglos festgefahrene politische Fronten unter den Älteren, unter den Jüngeren entweder eine abgeklärte, kaltschnäuzige, selbstgenügsame Apathie oder eine wachsende Empfänglichkeit zwar nicht für die Spiritualität, wohl aber für den Trost, den die Kirche anbietet. Auch wenn DeLillo damit ganz sicher kein repräsentatives Gesellschaftspanorama im soziologischen Sinne entwerfen will, darf man in all dem wohl mehr sehen als nur die Haltungen einzelner Romanfiguren. Er führt vor, was er als für typische Reaktionsmuster in einer liberalen westlichen Gesellschaft hält, die sich bedroht fühlt und um ihren inneren Zusammenhalt, pathetisch formuliert: um ihre Werte fürchtet. Das ist alles durchaus einleuchtend, doch leider breitet DeLillo es in derart spröden Erzähl-Brocken und -Bröckchen aus, dass es schwer fällt, Interesse oder gar Sympathie für seine Figuren zu entwickeln. Die machen vielmehr einen merkwürdig konstruierten, abstrakten Eindruck, so als seien sie lediglich literarische Demonstrationsobjekte.

Das Buch führt allerdings noch eine weitere Strategie vor, mit der Angst vor dem Terror umzugehen. Durch DeLillos Roman-New York geistert ein Aktionskünstler, der sich, unangekündigt und nur durch ein dünnes Seil gesichert, von erhöhten Punkten plötzlich ins Leere fallen lässt. Vor den Augen der verstörten Passanten nimmt er dann in der Luft hängend die Haltung jenes „Falling Man“ ein, der Minuten nach den Anschlägen vom World Trade Center stürzte und der auf einem seither weltweit millionenfach reproduzierten Foto von Richard Drew zu einer Ikone wurde. Hier deutet sich eines der Standardmotive der Romane DeLillos an: Bilder des Schreckens werden von den Massenmedien so lange wiederholt, bis sie für den Betrachter ihre Realität verlieren und zum puren Zeichen erkalten.

Seinen fiktiven Performancekünstler stellt den Falling Man „live“ nach und sorgt so dafür, dass der Horror des 11. Septembers für sein unfreiwilliges Publikum wieder tatsächlich fühlbar, erlebbar wird.
Damit noch nicht genug: In drei Kapiteln seines schmalen Romans versucht sich DeLillo zudem an einer knappen psychologischen Skizze eines der Attentäter vom 11. September. Er zeigt ihn zusammen mit seinem Mitverschwörern in einem Hamburger Gebetshaus, beim Flugunterricht in Florida, schließlich im Anflug auf die Hochhaustürme und lässt dabei durchblicken, wie in der Seele dieses Mannes fragiler Glaube und robuster Nihilismus, wie Sehnsucht nach Gott und Sehnsucht nach Weltvernichtung ineinander übergehen. Bei solchen Themen ist DeLillo immer für überraschende Perspektiven gut: Manchmal erinnern seine verloren auf ihren Tod zuarbeitenden Terroristen an jene trostlosen Pokerfreunde, mit denen Keith nach den Anschlägen seine Tage verbringt, manchmal scheinen die Lebensangst der Gläubigen in jenem Hamburger Gebetshaus nicht unähnlich der Lebensangst, die Lianne schließlich in ihre New Yorker Kirche treibt.

Doch alles in allem macht der Roman einen einerseits überladenen, andererseits bruchstückhaft Eindruck. Vieles, allzu vieles wird nur flüchtig angerissen und nie erzählerisch ausgeführt. Keith und Lianne, die beiden Hauptfiguren, werden von einer Sprach- und Kontaktlosigkeit beherrscht, die alles was sie tun oder denken mit kalter Gleichgültigkeit infizieren. Sicher, hier soll das traurige Bild einer ehemals liberalen, selbstbewussten Gesellschaft gezeichnet werden, das mehr und mehr das Gedächtnis an die eigenen Fähigkeiten und Qualitäten verliert – weshalb zu alledem auch noch der Gedächtnisschwund und der damit verbundene Identitätsverlust von Liannes an Alzheimer erkrankter Mutter in dem Buch einen breiten, bedeutungsschweren Raum einnimmt. Vielleicht darf ein solcher Roman keinen allzu geläufigen Eindruck machen, sondern muss selbst ein wenig brüchig wirken und um seinen inneren Zusammenhang ringen. Aber von dem Sog, den manche Romane DeLillos beim Lesen erzeugten, ist in „Falling Man“ selten etwas zu spüren.

Im Schlussspurt demonstriert DeLillo dann noch einmal, wozu er als Erzähler tatsächlich fähig ist. Der Roman endet fast genau da, wo er begonnen hat, er zeigt uns Keith in jenem Moment, in dem das Flugzeug einige Etagen oberhalb seines Arbeitsplatzes in den Hochhausturm einschlägt. Mit welcher Kraft zur sinnlichen Vergegenwärtigung DeLillo hier Überrumpelung, Ungläubigkeit, Chaos, Ohnmacht, mühsam beherrschte Panik und irrationale Ersatzhandlungen einfängt, ist schlicht meisterhaft. Ein Jammer, dass er in diesem Buch nur selten die Kraft zu solcher erzählerischer Intensität findet.

Don DeLillo
“Falling Man”. Roman
Aus dem Englischen von Frank Heibert
Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2007
265 Seiten, 19.90 €

Thema: DeLillo, Don | Kommentare (0) | Autor: Uwe Wittstock

Don DeLillo

Montag, 20. November 2006 12:22

Die besten Scheinschlachten dieser Jahre. Der großartige amerikanische Romancier Don DeLillo wird 70

Dieser Mann ist nicht nur ein Schrift-, sondern auch ein Fallensteller. Seine Bücher sind wie Schlingen, in die der Leser tappt. Sie beginnen harmlos, aber Satz für Satz zieht der Strick sich zu. Am Ende sitzt der Leser da, gefesselt, gebannt und Don DeLillo hetzt ihm alle Schrecken der Zeit auf den Hals. Angenehm ist das nicht. Aber es ist brillant, wirkungsvoll und vor allem verunsichernd. Denn man wird das fatale Gefühl nicht los, als hätte dieser Autor noch seine schwärzesten Sätze mit einem Lächeln auf den Lippen geschrieben. So als wollte er sagen: Regt euch doch nicht auf, das hier ist nur ein Buch – in Wahrheit ist alles noch viel schlimmer.

Lange war DeLillo ein Tipp für Insider, ein Schriftsteller, der von anderen Schriftstellern bewundert und kopiert wurde. Er galt als „Chef-Schamane“ der Literaturszene New Yorks. Doch die Leser wollten zunächst wenig von ihm wissen. Das änderte sich, als 1984 sein Roman „Weißes Rauschen“ erschien. Selten ist so klug, so witzig und auch so giftig über Amerikaner und ihren Alltag geschrieben worden, über ihre Vorliebe für Fast Food und Psychiater, für schnelle Scheidungen und wohltemperierte Supermärkte. Das Buch beginnt wie ein heiterer Familienroman: ein kluger Vater, eine patente Mutter, ein paar unternehmungslustige Sprösslinge im Vorstadt-Häuschen. Aber dann wird das laue Leben mit einer veritablen Umweltkatastrophe konfrontiert – und plötzlich sind es die Kinder, die den Eltern jede Illusion rauben. Gnadenlos reißen sie die Fassade ein, mit der sich Mom und Dad um böse Wahrheiten, um Angst und Tod herumzudrücken versuchen und schließlich endet, was als Idyll begann, in einem lustvoll verübten Mord.

Einer der größten Erfolge DeLillos war „Libra“ (1988), ein halb dokumentarischer, halb fiktiver Roman über den Mord an John F. Kennedy. Die Neigung der amerikanischen Gesellschaft zur Gewalt, die Unzahl von Amokschützen und Attentätern in ihrer Geschichte ist eines der Lebensthemen DeLillos. Zudem führt er in diesem Roman vor Augen, was es heißt, sich in Zeiten der Über- und Desinformation durch moderne Massenmedien und Geheimdienste auf die Suche nach so etwas Fragilem wie der Wahrheit zu machen: Obwohl der Tod Kennedys von Dutzenden von Zeugen beobachtet, akustisch aufgezeichnet und sogar im Film festgehalten wurde, entschwand die Tat schließlich in einem undurchdringlichen Dunkel endloser Fragen und Spekulationen.

In „Mao II“ (1991) und dem vielleicht etwas überambitionierten Roman „Unterwelt“ (1997) spürte DeLillo schon lange vor den Anschlägen vom 11.September dem Zusammenhang zwischen dem Terror und der Bilderbesessenheit unserer Zeit nach. Es sind literarische Wunderwerke der Präzision und der Mehrdeutigkeit zugleich. Wer will, kann sie als Polit-Thriller, als Künstler- oder auch als Gesellschaftsromane des Medienzeitalters lesen. „Cosmopolis“ (2004), sein jüngstes Buch, ist eine wunderbare Satire auf die erfahrungslosen Stars des jüngst verflossenen Börsenbooms, die Millionen scheffelten und deren tiefste emotionale Bindung ihrem Laptop galt.

DeLillo ist zweifellos einer der Meister des politischen Romans unserer Epoche. Vor allem aber ist er ein begnadeter Erzähler. Er verliert sich nicht in abstrakten Ideen, seine Sprache bleibt immer sinnlich und konkret. Nur wenige Worte genügen ihm, um komplexe Szenen oder differenzierte Charaktere vor den Augen des Lesers lebendig werden zu lassen. Wenn er über seine Heimat New York schreibt, glaubt man, die Stadt förmlich hören, riechen, ja schmecken zu können.

Die strenge Architektur der Romane DeLillos, ihre genau kalkulierten inneren Parallelen und Symmetrien zeugen von einem Kunstverstand, der die Schrecken der Gegenwart nicht verharmlost, sondern in eine Form bringen und also fassbar machen will. Einer chaotischen Welt hält Don DeLillo seine perfekt gebauten Romane entgegen. „In der Antike“, schrieb er einmal, „inszenierten die Menschen Scheinschlachten, um den Stürmen der Natur etwas entgegenzusetzen und ihre Angst vor den Göttern zu verringern, die sich im Himmel bekriegen.“ Don DeLillos Romane zählen zu den besten Scheinschlachten, die in den letzten Jahren literarisch geschlagen wurden.

Thema: DeLillo, Don | Kommentare (0) | Autor: Uwe Wittstock

Don DeLillo

Samstag, 29. September 2001 17:46

Nobelpreis für Don DeLillo!
In seinen Romanen nahm er die Gedanken vorweg, die seit dem Terroranschlag vor 18 Tagen durch unsere Köpfe spuken

Nach welchen Kriterien wird eigentlich der Literaturnobelpreis vergeben? Nach literarischen? Gilt die Auszeichnung also der ästhetischen Virtuosität eines Schriftstellers, die eine enge Verbindung mit seiner handwerklichen Präzision und seiner geistesgegenwärtigen Klarsicht, um nicht zu sagen Hellsicht eingegangen ist? Wenn ja, dann gibt es für den Literaturnobelpreis 2001, über den in den nächsten Tagen von der Stockholmer Akademie der Künste entschieden wird, einen herausragenden Kandidaten: den amerikanischen Romancier Don DeLillo.

Wie kaum ein anderer Schriftsteller hat DeLillo die westliche Zivilisation jahrzehntelang umschlichen, abgeklopft und abgehorcht auf ihre Untiefen, Abgründe und Bruchstellen. Der Terror ist so notwendigerweise zu einem seiner zentralen Themen geworden: Die Gewalt, die Katastrophe, die Zerstörung, die mit einem Mal wie aus dem Nichts über eine sich für friedfertig haltende Gesellschaft hereinbricht. Wenn Hollywoods Action-Kino die Bilder des 11. September vorweg genommen hat, dann hat DeLillo die Gedanken vorweg genommen, die seither durch unsere Köpfe spuken.

In der literarischen Szene Amerikas wird DeLillo gern der Vater der “New York school of paranoid fiction” genannt - was nicht auf Paranoia in des Wortes medizinischer Bedeutung anspielt. Gemeint ist vielmehr das Gefühl einer allgegenwärtigen diffusen Bedrohung, das Gefühl, sich mit einer Gefahr konfrontiert zu sehen, in die man auf schwer greifbare und begreifbare Weise selbst verstrickt ist - und die man deshalb kaum ins Visier bekommen, geschweige denn besiegen kann. Vorstellungen, die einem nach den Anschlägen in Amerika schmerzhaft vertraut vorkommen.

Denn vermutlich ist - wie seit dem 11. September Politiker, Soziologen, Historiker oder Islamwissenschaftler zu predigen nicht müde werden - der terroristische Fundamentalismus eben kein Ergebnis kultureller oder religiöser Gegensätze, sondern “eine Folge der Globalisierung, die er ablehnt und sich zugleich zunutze macht” (Anthony Giddens). Ein Gedanke, der darauf hinausläuft, dass die globalisierte Moderne ihren mörderischen Gegenspieler selbst hervortreibt. Womit die Verantwortung der Killerkommandos in keiner Weise relativiert, sondern lediglich nach den Faktoren gefragt wird, die zu ihrer Entstehung beitragen. Was auch Hans Magnus Enzensberger tat, der schon in den achtziger Jahren feststelle, dass wir “nicht umhin können, den Terrorismus als eine strukturelle Eigenschaft unserer Zivilisation zu begreifen, als ein endemisches Phänomen, das gewissermaßen naturwüchsig auftritt und sich immer nur von Fall zu Fall mit Absichten, Forderungen, Rechtfertigungen maskiert. Wir müssen uns dann auch eingestehen, dass der Terror politisch leer ist, und dass er, wie die Massaker auf den Straßen und in den Fußballstadien, die Gewaltpornographie und Drogensucht, wie die massenhafte Misshandlung von Frauen und Kindern, seinen letzten Grund in der psychischen Verfassung des Ganzen hat”.

Womit das politische Spannungsfeld beschrieben ist, das Don DeLillo seit jetzt dreißig Jahren mit literarischen Mitteln erforscht. Seine düsteren Helden sind Amokschützen und Attentäter, sind Agenten, die sich in der Komplexität ihrer eigenen Aktionen verheddern und sind schließlich Terroristen, die behaupten, gegen den Zynismus, die Technik und die Medien der Moderne zu kämpfen, diesen Kampf aber mit der zynischen Haltung, der Technik und den Medien eben dieser Moderne betreiben.

Es waren zu Anfang seiner Karriere vor allem die amerikanischen Traumata, auf die DeLillos Blick fiel. Beispielsweise jene in den USA zu einer traurigen Tradition gehörenden rätselhaften Ausbrüche von Gewalt, bei denen aus unauffälligen Zeitgenossen wahllos in die Menschenmenge schießende Bestien werden. Er habe, erzählte DeLillo einmal, als er noch an seinem ersten Roman “Americana” schrieb, von dem Fall eines texanischen Amoktäters gehört, der auf einen Wasserturm in der Nähe einer Autobahn stieg, um zunächst auf die vorüberfahrenden Wagen, später dann auf die ihn einkreisenden Polizisten zu schießen. Als der Mann nach stundenlangem Feuergefecht getötet worden war, fand man außer Waffen und Munition bei ihm nur ein fast ladenfrisches Deodorant - so als sei es seine größte Sorge gewesen, beim Morden ins Schwitzen zu geraten. Losgelassen hätten ihn, so DeLillo, diese und ähnliche Geschichten nie, und er versuche mit seinen Büchern den verborgenen Wahrheiten derartiger bizarrer Beobachtungen auf die Spur zu kommen.

Kein Wunder, dass sich DeLillo irgendwann einmal dem geheimnisvollsten Heckenschützen der amerikanischen Geschichte zuwandte: Lee Harvey Oswald. “Libra” (dt. “Sieben Sekunden”), sein halb dokumentarischer, halb fiktiver Roman über das Attentat auf John F. Kennedy ist wohl eines der abgründigsten Bücher der letzten Jahrzehnte: spannend wie ein Polit-Thriller, gewitzigt wie ein Stück postmoderner Gesellschaftstheorie und zugleich erschütternd, wie es nur ein Tatsachenbericht sein kann. Ein Roman zudem, der vor Augen führt was es heißt, in Zeiten moderner Desinformation durch Geheimdienste und modernen Informationshandel durch die Medien sich auf die Suche nach so etwas Fragilem und schwer Fassbarem wie der Wahrheit zu machen: Obwohl die Ermordung Kennedys von Dutzenden von Zeugen beobachtet, akustisch aufgezeichnet und sogar im Film festgehalten wurde, entschwand die Tat schließlich in einem undurchdringlichen, nie wieder aufzuhellenden Dunkel.

Wie sehr Gewalt und Medien, wie sehr die Bilder des Terrors und der Terror der Bilder ineinander verstrickt sind, davon können wir alle seit dem 11. September ein Lied singen, und DeLillo hat dieses Lied bereits vor zehn Jahren in seinem Roman “Mao II” angestimmt. Es sind keine simplen Simulationstheorien, die er hier literarisch exemplifiziert, sondern eine ungeheure Fülle von subtilen Beobachtungen, wie sich unser Verhältnis zur Welt verändert hat, nachdem jede intimste Regung, jeder fernste Winkel, jede erschütternde Katastrophe jederzeit auf Bildern verfügbar wurde. Die wunderbaren Kontrahenten dieses Buches sind ein berühmter Schriftsteller - der sich wie J. D. Salinger und Thomas Pynchon der Bildergier der Öffentlichkeit konsequent zu entziehen sucht und deshalb wie ein Gefangener leben muss - und eine Fotografin, die das neue, optische Medium bedient, das die Welt der Bücher abzulösen beginnt.

Gegen Ende des Romans wird diese Fotografin nach Beirut eingeladen, zu einem Fototermin mit einem international gesuchten Terroristenführer, der unzufrieden ist mit den Bildern, die weltweit von ihm gedruckt werden. Wenn man diese Szene heute liest, kann man spüren, wie einem die Gänsehaut den Rücken hinaufkriecht: Es ist hinreißend und erschreckend zugleich, mit welcher Präzision DeLillo hier die hoffnungslose Fremdheit zwischen aufgeklärter Nüchternheit und religiösem Fanatismus veranschaulicht, wie er die verzweifelte Versuche der westlichen Besucherin spürbar macht, das Verhalten ihres Gegenübers in irgendein vertrautes Interpretationsmuster einzuordnen, und schließlich wie er mit kluger Genauigkeit zeigt, dass der fundamentalistische Furor des Terroristen gegen die Moderne längst tief durchdrungen ist von dieser Moderne selbst.

Also, wenn Kunst und Literatur dazu beitragen können, jenseits ausgetretener Argumentationspfade und Begrifflichkeiten zu deuten, wie sich Welt durch den 11. September verändert hat, dann hat dies Don DeLillo nicht nur in diesen beiden Romanen, aber in ihnen in ganz besonderem Maße geleistet. Wenn also literarische Kriterien bei der Entscheidung der Stockholmer Akademie über den nächsten Nobelpreis eine Rolle spielen, dann spräche jetzt eine Menge für diesen Autor.

Vielleicht sollte man, um es den Juroren ein bisschen leichter zu machen, schon einmal den Text der Verleihungsurkunde entwerfen: “Don DeLillo, ein Meister des politischen Romans und zugleich einer der erregendsten Erzähler dieser Jahrzehnte, wird mit dem Literaturnobelpreis des Jahres 2001 ausgezeichnet, weil sein Werk uns erlaubt, einen Blick auf jenes vor uns liegende Jahrhundert zu werfen, vor dem sich der Vorhang erst allmählich zu heben beginnt. Er zeichnet das Bild unserer Zivilisation mit solch ahnungsvoller Perfektion, solch transparenter Vielschichtigkeit, dass man seine Romane wie die Logbücher unserer Epoche lesen kann.”

Aber vermutlich wird der Nobelpreis wieder einmal nach ganz anderen Kriterien vergeben. Mit seltsamen Rücksichten auf die geographische Herkunft der Kandidaten, ihre politischen Bekenntnisse, ihre Glaubenszugehörigkeit oder ihr Geschlecht. Ja, vermutlich wird so politisch korrekt ausgezählt, wer den Preis zu bekommen hat. Das wäre schade. Nicht so sehr für Don DeLillo, der großen Rummel um seine Person nicht mag. Wohl aber für den Nobelpreis.

Thema: DeLillo, Don | Kommentare (0) | Autor: Uwe Wittstock